Visual Studio 2017 Release Candidate

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Bild von: https://www.visualstudio.com/de/vs/visual-studio-2017-rc/

Nachdem Microsoft nun bereits den Release Candidate (RC) der neuen Visual Studio-Version auf verschiedenen Plattformen bereitgestellt hat, habe ich die Zeit am letzten Wochenende genutzt, um bereits ein wenig mit der Installation zu experimentieren.

Folgende Editionen stehen zum Download bereit:

  • Visual Studio Community 2017 RC: Kostenlose, mit allen Funktionen ausgestattete IDE für Studenten, Open-Source- und einzelne Entwickler (in Unternehmen nur für spezielle Aufgabenstellungen einzusetzen wie z. B. in Schulungsumgebungen zu verwenden)
  • Visual Studio Professional 2017 RC: Professionelle Entwicklertools, Dienste und Abonnementvorteile für kleine Teams
  • Visual Studio Enterprise 2017 RC: End-to-End-Lösung, die die anspruchsvollen Qualitäts- und Skalierungsanforderungen von Teams beliebiger Größe erfüllt

Aktuell werden die verschiedenen Editionen noch kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt, dies wird sich vermutlich mit der finalen Version für einige Editionen noch ändern. Einen Vergleich der verschiedenen Editionen findet ihr unter https://www.visualstudio.com/de/vs/compare/.

Weitere spezielle Editionen sind verfügbar (aktuell bspw. über eine MSDN-Subscription).

  • Visual Studio Test Professional 2017
  • Visual Studio Test Agent 2017
  • Visual Studio Test Controller 2017
  • Visual Studio Team Foundation Server Office Integration 2017
  • Visual Studio Feedback Client 2017

Nachdem ich mir die aber nicht weiter angesehen habe, würde ich dazu auch erst einmal nichts weiter schreiben wollen/können.
Für alle die lieber mit einem MacOS-basierten System arbeiten, stellt Microsoft auch eine entsprechende Version zur Verfügung. Nachdem ich aber keinen Mac mein eigen nenne und bestimmt auch noch mehrere Jahre ohne auskommen möchte, kann ich euch auch dazu keine weiteren Infos zukommen lassen.

Beim einem Release Candidate handelt es sich um eine funktional abgeschlossene Version, bei der bis zum finalen Produkt (Release to Manufacture; RTM) nur noch Fehlerbereinigungen vorgenommen werden und Test-/Debug-Code entfernt wird (lt. Microsoft).

In den Release Notes zu dem Release Candidate finden ihr eine Liste von Fehlern in dem RC, die Microsoft bis zur finalen Version noch beheben möchte (lassen wir uns überraschen). Für den Fall, dass ihr beim experimentieren mit der Version noch weitere Fehler findet, hat Microsoft einen Feedback-Button in der Applikation vorgesehen, über den ihr Fehler melden könnt. Dieser Button ist auch bereits im Installationsassistenten verfügbar

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Eine Anleitung zum Melden von Problemen und Feedback hat Microsoft hier zur Verfügung gestellt. Alternativ dazu könnt ihr jedoch auch Fragen, Probleme und Verbesserungsvorschläge auf dem Visual Studio UserVoice-Forum hinterlassen. Für Fehler in der Software stellt euch Microsoft zusätzlich noch das Community Forum für Developer zur Verfügung. Auf diesen Portalen antworten auch Mitarbeiter von Microsoft auf eure Hinweise.

Noch ein weiterer Hinweis zu dem Release Candidate, der sich eigentlich von selbst verstehen sollte: Natürlich handelt es sich dieser Version um ein vollwertiges Visual Studio, mit dem ihr eure Applikationen schreiben und für eure Kunden bereitstellen könnt. Jedoch würde ich aktuell noch davon abraten, Software in einem produktiven Umfeld zu verwenden, die mit dem RC erstellt wurde. Wie bereits angemerkt, enthält die Software aktuell noch Fehler, die nicht zwingend zu massiven Problemen in produktiven Umgebungen führen müssen (aber können). Deshalb sollte die Software prinzipiell dafür verwendet werden, Erfahrungen mit dieser Version zu sammeln und kann ggf. noch für Schulungs- und Testzwecke verwendet werden. Wer es gar nicht lassen kann, kann gerne seine Software auch damit weiterentwickeln und kompilieren. Für eine finale Auslieferung an einen Kunden solltet ihr aber auf den RTM warten. Die offizielle Aussage von Microsoft zu dem Thema ist folgende:

“While Visual Studio 2017 RC in general is supported for use in a production environment, those workloads and components that are marked „Preview“ in the installation UI are not supported for use in a production environment.”

Bisher war es bei diesen Release Candidates auch oft so, dass ein Update auf eine RTM-Version nicht möglich war. Ich gehe stark davon aus, dass dies auch bei dem Visual Studio 2017 Release Candidate der Fall sein wird. Deshalb würde ich auch eher davon abraten, diese Version auf einem produktiv genutzten System zu installieren. Ich verwende für solche “Testinstallationen” zumeist virtualisierte Systeme auf Basis von HyperV oder, wenn mehr Power erforderlich ist, gerne auch eine VM unter Azure.

Der Microsoft-interne Nummer für Visual Studio 2017 ist die 15. Eine komplette Übersicht aller Versionsnummern und die gesammelte Geschichte zu Visual Studio findet ihr bspw. auf Wikipedia.

Wer sich erst einmal nur einen Überblick über die neuen Funktionen und Möglichkeiten von Visual Studio 2017 verschaffen möchte, findet hier eine sehr gute Übersicht. Auf dieser Seite findet ihr zwischenzeitlich auch Detailinformationen zu der Verwendung verschiedenster Programmiersprachen und Technologien in Visual Studio. Einfach mal ein wenig stöbern… Für audiovisuelle Typen hat Microsoft auf Channel 9 auch Videos zu den News veröffentlicht. Vielleicht ist das ja eher euer Ding, da die News auch gleich mit entsprechenden Demos vorgeführt werden.
Natürlich bietet das Internet eine große Anzahl von spannenden und interessanten Informationen rund um weitere News zu Visual Studio 2017 – hier habe ich persönlich jedoch oft das Problem, inwieweit ich diesen auch trauen kann.
Ich hoffe jedoch, dass dieser Beitrag für euch nicht auch in diese Kategorie fällt. Deshalb versuche ich alle Themen entsprechend weitgehend zu recherchieren, Beispielcode und Funktionen auszuprobieren und euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in deutscher Sprache zu liefern.

Die Voraussetzungen für die Installation (Hard- und Software) sind nicht weiter verwunderlich. Unterstützt werden dabei alle von Microsoft supporteten Windows Client-Versionen und Windows Server ab der Version 2012 R2. Bei einigen älteren OS solltet ihr jedoch noch einmal nachsehen, ob auf euerm System auch das erforderliche Update installiert ist.


Bei dem Installationsassistenten handelt es sich auch nur um eine sehr kleine Datei von gerade einmal 843KB. Die erforderlichen Installationsdateien werden erst beim Ausführen der Installation bei Bedarf aus dem Internet geladen.

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Sollten ihr mehrere Arbeitsplätze mit der neuen Version von Visual Studio ausstatten , die Installation nur testen wollen z. B. in einem virtuellen Umfeld (so wie ich) oder die zu installierenden Systeme sich in einem zum Internet abgeschotteten Netz befinden, empfehle ich euch die Installationsdateien erst lokal zu speichern und anschließend auf einen Netzwerkshare abzulegen. Dafür gibt es die Option –layout <Pfad> des Installationsprogramms:

mu_visual_studio_professional_2017_rc_x86_x64_9684243.exe –layout c:\temp\vs2017rc

Ein wenig überrascht war ich dann aber schon, dass diese Funktion schlussendlich 22,4 GB an Dateien (diese sind fast alle noch einmal komprimiert) auf meinen PC kopiert haben.

Für die Erstellung der Offline-Installation lassen sich auch bereits Sprachpakete vorauswählen. Dazu steht der Schalter –lang <ISO-Code>. Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht der für den Release Candidaten verfügbaren Sprachen:

ISO-CODE Sprache
cs-CZ Czech
de-DE German
en-US English
es-ES Spanish
fr-FR French
it-IT Italian
ja-JP Japanese
ko-KR Korean
pl-PL Polish
pt-BR Portuguese – Brazil
ru-RU Russian
tr-TR Turkish
zh-CN Chinese – Simplified
zh-TW Chinese – Traditional

Nach dem Start des Installationsprogramms erhält man als erstes die Information, dass ihr die Lizenzbedingungen und Datenschutzerklärungen annehmt, sobald ihr auf weiter klickt:

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Bisher sind zu Visual Studio noch keine speziellen Datenschutzerklärungen hinterlegt, doch es ist davon auszugehen, dass diese sicherlich ähnlich ausfallen, wie bei den anderen Produkten auf dieser Seite (ist übrigens sehr interessant zu erfahren, welche Daten ihr Microsoft zur Verfügung stellen, wenn ihr deren Produkte verwendet).

In nächsten Schritt wird ein Fortschrittsdialog angezeigt:

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Die Installation ist eine Augenweide, da Microsoft den komplette Assistenten dazu vollständig überarbeitet hat. Obwohl ich nur die Professional Edition auf meinem System abgelegt habe, bietet er mir trotzdem alle Versionen zur Installation an:

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Die Auswahl der verschiedenen Komponenten erfolgt über das bereits in Windows 10 etablierte Kacheldesign:

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Wenn Sie eine bestimmte Komponente ausgewählt haben, können Sie im Bereich “Zusammenfassung” noch optional Komponenten zu der jeweiligen Hauptkomponente aktivieren:

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Im Zusammenfassungsbereich habt ihr zusätzlich noch die Möglichkeit Detailinformationen zu den einzelnen optionalen Komponenten zu erhalten.

Alternativ könnt ihr auch einzelner Komponente auswählen ohne über die von Microsoft vorbereiteten Hauptkomponenten zu gehen:

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Dieser Weg ist meines Erachtens nach jedoch sehr aufwendig und bleibt wohl denen vorbehalten, die genau wissen, welche Komponenten sie für die Programmierung benötigen. Prinzipiell würde ich aber davon abraten, einfach alle Komponenten auszuwählen. Dies müllt nur euren Computer voll und 90% der Komponenten werden die meisten wohl nie benötigen.

Der beste Weg für die Auswahl der Komponenten ist wahrscheinlich der, die Hauptkomponenten im ersten Dialog auszuwählen und einzelne Komponenten nur dann zu selektieren, wenn sie für eure Arbeit erforderlich sind.

Die Basis-Installation (ohne irgendwelche Komponenten) oder der Visual Studio-Kern-Editor, wie Microsoft ihn nennt, belegt bereits 753 MB. Zusätzlich habt ihr noch die Möglichkeit eine oder mehrere spezielle Sprachpakete für Visual Studio zu installieren:

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Nachdem ich auf meinem Windows10-Entwicklungssystem nur deutsche Spracheinstellungen verwende, habe ich auch Visual Studio nur mit dem deutschen Sprachpaket installiert.

Zusätzlich könnt ihr bei der Installation noch den Speicherort auswählen, was nicht ungewöhnlich ist, und des Weiteren noch einen Kurznamen für die Installation vergeben.

Für meine Testinstallation habe ich folgende Hauptkomponenten ausgewählt (siehe Zusammenfassung) – das sind auch typischerweise die, die ich für meine tägliche Arbeit benötige:

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Den Installationsfortschritt könnt ihr dann im Assistenten über die Fortschrittsbalken verfolgen:

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Wurde die Installation erfolgreich abgeschlossen, so könnt ihr mithilfe des Assistenten die Komponenten für Visual Studio ändern, die bestehende Installation reparieren oder Visual Studio starten:

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In Fällen, in denen Systemkomponenten während der Installation ersetzt wurden, ist ein Neustart von Windows erforderlich. Deshalb solltet ihr besser während der Installation alle angefangenen Arbeiten in anderen Programmen speichern und beenden.

Nach dem Start von Visual Studio, habt ihr entweder die Möglichkeit euch mit einem bestehenden Live-/Office365-Account anzumelden oder die Anmeldung zu überspringen:

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Ich habe mir für meine Testumgebung die Anmeldung gespart (“Jetzt nicht, vielleicht später”) und bin auf dem Auswahldialog gelandet, in dem ich Farbschema und Standardeinstellungen festlegen kann:

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Danach dauert es noch wenige Minuten

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bis sich Visual Studio für den ersten Start vorbereitet hat und danach präsentiert es sich im neuen Glanz:

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Wie man mit der neuen Version von Visual Studio besser und effektiver arbeitet, möchte ich euch gerne in einem späteren Blogeintrag näher erklären. Meiner Meinung nach gibt es da bei vielen Datenbank- und BI-Entwicklern noch großen Nachholebedarf.

Ist die Installation abgeschlossen, habt ihr noch die Möglichkeit zusätzliche Erweiterungen (Extensions) für Visual Studio über den Marketplace von Microsoft zu beziehen.

Allein für Visual Studio 2017 stehen dort bereits fast 200 verschiedene Komponenten kostenlos zum Download bereit.

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Einige Komponenten sind bisher nicht auf Visual Studio 2017 portiert worden und stehen deshalb nur als Visual Studio 2015-Komponente zur Verfügung. Bei solchen Komponenten habt ihr entweder die Möglichkeit darauf zu warten, bis die Komponente final im Marketplace steht, ihr könnt den Entwickler anfragen oder es einfach ausprobieren (manchmal funktioniert es ja).

Nachdem ich sehr viel mit PowerShell programmiere, habe ich die PowerShell Tools für Visual Studio 2015 unter dem Visual Studio 2017 Release Candidate installiert:

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Außer das ein kurzer Warnhinweis kam, der darauf hinweist, dass die Version eigentlich nicht für Visual Studio 15 (2017) gedacht ist, konnte ich bisher keine Einschränkungen feststellen. Habe bisher aber auch noch keine größeren Powershell-Projekte damit bearbeitet.

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Bei dem ersten Test lies sich ohne Probleme ein neues PowerShell-Projekt anlegen…

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…und ein Script bearbeiten.

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Doch wie ich schon sagte, war das auch kein repräsentativer Test.

Natürlich kann es bei der Installation von Visual Studio auch passieren, dass Fehler auftreten. Das sieht dann ungefähr so aus:

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Doch keine Angst! Meistens handelt es sich nur um eine einzelne Komponente, die nicht sauber installiert werden konnte und wenn ihr die Protokolldateien entsprechend analysiert, lassen sich die Fehler sehr schnell eingrenzen und das Problem beheben (so war das auch mit meiner Installation). Im Falle eines Fehlers wird übrigens die Installation von Visual Studio nicht komplett zurückgesetzt, wie es bei frühere Versionen war, sondern es wird nur die eine fehlerhafte Komponente nicht installiert.

Während der Installation werden alle Schritte in Protokolldateien dokumentiert. Diese findet ihr unter %temp%

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Wie ihr auf dem Screenshot sehen könnt, bestehe die Dateinamen jeweils aus dd_setup_<Datum/Uhrzeit>_<fortlaufende ID>_<Name der Komponente>.log

Sollte ein Fehler bei der Installation auftreten, wird dieser in der Datei

dd_setup_<Datum/Uhrzeit>_errors.log

protokolliert. Zur genaueren Analyse könnt ihr danach in der entsprechenden LOG-Datei dieser Komponenten eine Fehleranalyse betreiben oder den Microsoft Support zu Unterstützung mit einschalten. Ansonsten sind die Log-Dateien meiner Meinung nach nur informativ und könnten eigentlich nach erfolgreicher Installation wieder gelöscht werden. Dies ist sinnvoll, da die Log-Datei mehrere 100 MB an Platz benötigen (bei meiner Testinstallation weniger Komponenten waren es 400 MB). Insofern ihr sie aufheben wollt, macht es Sinn, diese in ein ZIP-Archiv zu komprimieren und aus dem TEMP-Ordner in ein sinnvolles Verzeichnis zu kopieren.

Noch ein paar Hinweise/Anmerkungen für euch noch zum Ende dieses Blogs:

  • Für kleinere Softwareprojekte ist Visual Studio sicherlich eine Möglichkeit. Doch inzwischen verwende ich für bestimmte Anwendungsfälle Visual Studio Code. Dabei handelt es sich um eine Open Source-Lösung von Microsoft zum Programmieren von Anwendungen mit verschiedenen Programmiersprachen. Der Funktionsumfang ist sicherlich nicht so umfangreich wie bei dem hier vorgestellten Visual Studio 2017, jedoch ist die Entwicklungsumgebung sicherlich auch für viele Anwendungsfälle geeignet.

Nachdem wir uns bereits mitten in Weihnachtszeit befinden und auch das Fest nicht mehr in weiter Ferne ist, wünsche ich allen meinen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben!

weihnachtsgruesse

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Über

Die IT-Welt wird immer komplexer und zwischen den einzelnen Komponenten gibt es immer mehr Abhängigkeiten. Nachdem ich durch meine tägliche Arbeit immer wieder vor der Herausforderung stehe, komplexe Probleme zu lösen, möchte ich diese Seite dafür verwenden, Euch den einen oder anderen Tipp zu geben, wenn Ihr vor ähnlichen Aufgabenstellungen steht.

Veröffentlicht in Visual Studio

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