SQL Server Management Studio v18.0 – Alles neu macht der Mai

Microsoft hat letzte Woche die neue Version von SQL Server Management Studio veröffentlicht (https://cloudblogs.microsoft.com/sqlserver/2019/04/24/sql-server-management-studio-ssms-18-0-released-for-general-availability/). In dem genannten Beitrag der product group findet Ihr eine grobe Übersicht über die Neuerungen, die diese Version (im Vergleich zu vorhergehenden Versionen) mitbringt. Somit kann dieses Tool nun endlich auch offiziell im produktiven Umfeld eingesetzt werden.

Warum schreibe ich diesen Artikel: Gute Frage! Es geht mir hierbei nicht darum, Euch die Installation Schritt für Schritt zu erläutern. Dieser Beitrag soll dazu dienen, ein wenig hinter die Kulissen der Installation zu schauen und Euch möglicherweise bei Installationsfehlern eine Hilfestellung zu liefern, wie Ihr diese analysieren und beheben könnt. Gleichzeitig möchte ich damit aber auch Administratoren eine Anleitung in die Hand geben, wie sie in größeren Umgebungen das SQL Server Management Studio auf viele Arbeitsplätze verteilen können.

Das Tool steht bei Microsoft zum Download unter https://docs.microsoft.com/en-us/sql/ssms/download-sql-server-management-studio-ssms?view=sql-server-2017 bzw. als direkt Link https://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=2088649 zur Verfügung:

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Die Web-Seite gibt folgende Versionsinformationen:

  • Release number: 18.0 (GA)
  • Build number: 15.0.18118.0
  • Release date: April 24, 2019

Wie bisher auch steht das Tool in unterschiedlichen Sprachversionen zur Verfügung:

  • Chinesisch Simplified/Traditional
  • Englisch (United States)
  • Französisch´
  • Deutsch
  • Italienisch
  • Japanisch
  • Koreanisch
  • Portugiesisch (Brasilianisch)
  • Russisch
  • Spanisch

Welche Sprachversion Ihr von Microsoft heruntergeladen habt, erkennt Ihr am Dateinamen SSMS-Setup-<Sprachversion drei Buchstaben>.exe

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z. B.

ENU = Englisch

DEU = Deutsch

Wichtig zur Sprachversion ist außerdem, dass Ihr nun auch das Management Studio in einer andern Sprache als das Betriebssystem installieren könnt:

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Nach dem Download steht Euch das Setup-Programm mit folgenden Eigenschaften zur Verfügung:

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Ab SSMS 17.0 hat das SQL-Tools-Team die Moderne Microsoft-Lebenszyklusrichtlinie übernommen.

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Installationsoptionen

Für die Installation gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich Euch im Folgenden kurz vorstellen möchte:

  • Setup-Assistent
  • Installation über Kommandozeile
  • Netzwerkinstallation (Layout)

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Hinweis: SSMS v18 Previews sind vor der Installation der neuen Version (GA) zu deinstallieren.

Das Installationspaket ist mit dem Wix-Toolset, der neuen Installationstechnologie erstellt worden. Für den Fall, dass Ihr genauer wissen wollt, was das Installationspaket enthält, so könnt Ihr es auch mit diesem Toolset entpacken – dazu müsst Ihr es natürlich vorher installiert haben:

. "C:\Program Files (x86)\WiX Toolset v3.11\bin\dark.exe" -x c:\temp\ssms_msi "C:\Users\Administrator\Downloads\SSMS-Setup-DEU.exe"

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Im Ergebnis sieht es dann wie folgt aus:

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Eine Installation von dort ist aber nicht möglich!

Um Herauszufinden, welche SQL Server Management Studio-Versionen bereits installiert sind, könnt Ihr folgenden Befehl eingeben:

Get-WmiObject Win32_Product -Filter "Name = 'SQL Server Management Studio'"

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Installation mit Setup-Assistent

Die Installation könnt Ihr durch Doppelklick auf die Datei starten:

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Neu in der Version ist nun, dass der Installationspfad änderbar ist – sollte aber mindestens 1,1 GB freien Speicherplatz haben. Randnotiz: Außer in den Installationsordner werden weitere Komponenten auf der Festplatte installiert:

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Nach Klick auf die „Installieren“-Schaltfläche wird die Installation gestartet und das Programm in das angegebene Verzeichnis installiert.

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Abhängig davon, ob geöffnete Dateien ersetzt werden müssen, ist ggf. ein Neustart von Windows erforderlich oder Ihr könnt direkt weiterarbeiten:

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Die vollständige Installation dauerte auf meinem PC ungefähr 5 Minuten.

Sollte bei der Installation ein Fehler auftreten, so könnt Ihr diesen in entsprechenden Log-Dateien weiter untersuchen. Standardmäßig werden diese im %Temp%-Verzeichnis abgelegt. Bei Angabe eines anderen Verzeichnis für die Log-Dateien werden einige Log-Dateien in dem Verzeichnis abgelegt, dass als Parameter übergeben wurde:

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Trotzdem werden aber auch weiterhin Dateien im Benutzer-Temp-Verzeichnis abgelegt:

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Das SQL Server Management Studio (und einige weitere Tools) werden im Windows-Startmenü zum Aufruf (über Verlinkungen) bereitgestellt:

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Wenn eine alte SSMS-Version installiert war, so ist diese auch weiterhin verfügbar:

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Nach der Installation findet Ihr folgende Dateien im Installationsverzeichnis:

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Dort findet Ihr auch weitere Programme (Dateien mit EXE-Erweiterung), die mit dem SQL Server Management Studio ausgeliefert werden:

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Darunter sind einige alte Bekannte, jedoch auch neue Komponenten, die wir uns ggf. in einem künftigen Blogbeitrag noch genauer ansehen sollten.

Installation über Kommandozeile

Dieser weg ist immer dann zu empfehlen, wenn auf vielen Computern die gleiche Installation durchgeführt werden soll.

Soll eine andere Log-Datei verwendet werden, so müsst Ihr das Setup mit dem Parameter /Log <Logfile> starten:

SSMS-Setup-DEU.exe /log c:\temp\ssms.log

Doch es gibt noch weitere Parameter, die man angeben kann, wie z. B.

SSMSInstallRoot: um das Installationsverzeichnis anzugeben z. B.

SSMS-Setup-ENU.exe /Install /quiet /norestart /log c:\temp\ssms.log SSMSInstallRoot = c:\SSMS18

Netzwerkinstallation

Die Netzwerkinstallation dient primär dazu, das SQL Server Management Studio einem größeren Kreis von Anwendern für die Arbeitsplatzinstallation bereitzustellen:

SSMS-Setup-DEU.exe /layout C:\TEMP\SSMS

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erste Start

Beim ersten Start der neuen Version wird das Start-Logo angezeigt,

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das bis auf die Versionsnummer genauso wie die Version 17 aussieht. Anschließend könnt Ihr bestehende Konfigurationen aus einer vorherigen SSMS-Installation übernehmen (Wer noch eine SSMS v18 Preview installiert hat, bekommt diese auch angeboten, als Quelle für die Übernahme der Einstellungen):

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Wie es aussieht, läuft für diese Übernahme der Einstellungen ein SSIS Paket ab:

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könnte man ggf. noch einmal genauer untersuchen.

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Bei mir hat das sehr gut funktioniert, da neben den normalen Einstellungen bspw. auch die vordefinierten registrierten Server übernommen wurden. Ist also zu empfehlen!

Wer die Übernahme der Einstellungen zu einem späteren Zeitpunkt durchführen oder die Einstellungen zwischen Computern übertragen möchte, kann dies auch noch nachträglich über das Extras-Menü ausführen:

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Beim Exportieren werden einige Fehler angezeigt, die darauf hindeuten, dass bestimmte Elemente nicht exportiert werden konnten. Um welche es sich dabei handelt, ist jedoch nur schwer zu definieren, da nur meist nur mit Nummern gearbeitet wird.

Die Export-Datei ist eine XML-Datei und kann mit einem Texteditor (Notepad):

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oder einem XML-Viewer (Internet Explorer) angesehen werden:

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Standardmäßig wird die Datei unter “%Appdata%\Microsoft\SQL Server Management Studio\18.0_IsoShell\Settings\SQL Server Management Studio” gespeichert

Versionshistorie

Manchmal stellt sich die Frage, habe ich eigentlich die neueste Version von SQL Server Management Studio. Die Antwort ist sehr einfach: Schaue einfach auf folgende Webseite: https://sqlserverbuilds.blogspot.com/2018/01/sql-server-management-studio-ssms.html?m=1

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Das sollte einige Fragen beantworten.

Installationsfehler

zu wenig Platz

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Laut dem Dialog bei der Installation benötigt die Visual Studio Isolated Shell for SSMS ca. 413 MB Platz auf der Festplatte. Sollten Sie also einen Ordner auf einer anderen Disk angeben, sollten Sie kontrollieren, dass dort auch genügend Platz zur Verfügung steht. Nach meinen Messungen sind dies mindestens 1,1 GB.

v18 Preview installiert

Solution: deinstalliere die v18 preview zuerst:

msiexec /x "{2051D5D4-618D-4B9F-BA64-C1AE19003F2E}"[/Code]</p>
<p>Möglicherweise kann die angegebene GUID unterschiedlich sein. Die richtige GUID findest Du mit dem PowerShell-Befehl:</p>
<p>Get-WmiObject Win32_Product -Filter "Name = 'SQL Server Management Studio'"

Deinstallation v18

Vieles was man installieren kann, lässt sich auch wieder deinstallieren. Dazu gehört auch das SQL Server Management Studio v18. Abhängig von dem, was ihr tatsächlich deinstallieren wollt, könnt ihr entweder die Systemsteuerung, Windows Einstellungen/Apps oder PowerShell verwenden.

imageclip_image002

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Möchtet ihr eher einzelne Komponenten deinstallieren, empfehle ich euch die PowerShell oder msiexec:

(Get-WmiObject Win32_Product -Filter "Name like 'Microsoft Help Viewer 2.3%'").Uninstall()

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Die angegebenen 20 Sekunden ist nur eine sehr grobe Schätzung. Tatsächlich dauert auch die Deinstallation mehrere Minuten und ist danach auch nur teilweise entfernt.

Deshalb ist noch eine zusätzliche Deinstallation notwendig.

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…und siehe da: es ist weg! Die weiteren Komponenten sind aber weiterhin vorhanden –> wofür auch immer.

[String[]]$Servers = @('Computer1', 'Computer2')
[String]$Filter = "(Name like 'SQL Server Management Studio%') and (Version = '15.0.18118.0')"
foreach($server in $Servers) {
     $SSMS = Get-WmiObject -Class Win32_Product -ComputerName $server -Filter $Filter
     $SSMS.Uninstall()
}

Vergleich Benutzeroberfläche SSMS alt und neu

…seht Ihr einen Unterschied?

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Nicht so einfach zu sehen auf den ersten Blick. Doch wie so oft liegt die Schönheit (das Machtpotential) der neue Version gut versteckt. Happy searching Smile

Update Version 18.1

Seit 11.Juni 2019 steht bereits ein Update für das SSMS mit der Buildnummer 15.0.18131.0 zum Download zur Verfügung. Dieses Update wird bei Microsoft unter der KB-Nummer KB4507234 geführt. Bekanntgegeben wurde diese Update auf dem SQL Server Blog.

Neben einer ganzen Reihe von Fehlerbehebungen und Anpassungen des Setups, ist auf vielfachen Wunsch der Anwender auch alte Funktionalität wieder in das SSMS zurückgekehrt bzw. neue Funktionalität integriert worden, wie bspw.

Datenbankdiagramme: In SSMS wurden wieder Datenbankdiagramme hinzugefügt.
SSBDIAGNOSE.EXE: Dem SSMS-Paket wurde wieder die SQL Server-Diagnose (Befehlszeilentool) hinzugefügt
Integration Services (SSIS): Unterstützung für die Zeitplanung des SSIS-Pakets in Azure, das sich entweder im SSIS-Katalog in Azure oder im Dateisystem befindet. Es gibt drei Einträge für das Starten des Dialogfelds „Neuer Zeitplan“: Das Menüelement Neuer Zeitplan... wird angezeigt, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf das SSIS-Paket im SSIS-Katalog in Azure klicken. Die zweite Option erreichen Sie über das Menüelement Schedule SSIS Package in Azure (Zeitplan für das SSIS-Paket in Azure) unter dem Menüelement Migrate to Azure (Migrieren zu Azure) unter Tools. Die dritte Option „Schedule SSIS“ (SSIS-Zeitplan in Azure) wird angezeigt, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf den Auftragsordner unter dem SQL Server-Agent der verwalteten Azure SQL-Datenbank-Instanz klicken.

Anmerkung: Manchmal macht es also doch Sinn, seine Stimme zu erheben und Microsoft über das Feedback-Portal (https://feedback.azure.com/forums/908035-sql-server) entsprechende Hinweise auf Optimierungen/Verbesserungen zu geben.

Die Installation dieses Pakets kann als Neuinstallation oder als Update (über ein vorhandenes SSMS 18.0) durchgeführt werden. Somit gelten auch die gleichen Installationsoptionen, die ich bereits in vorhergehenden Kapiteln beschrieben hatte.

Installation

Die Installation ist nach dem Download des Installationspaketes recht einfach durchzuführen und entspricht weitestgehend der Vorgehensweise bei der Installation der Version 18.0:

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Nach der Installation werden die Einstellungen aus der vorhergehenden Version (18.0) direkt übernommen.

Bei der Installation bitte darauf achten, dass keine SSMS-Instanz aktiv ist –> sonst:

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Datenbankdiagramme

Besonders interessant finde ich die Rückkehr der Datenbankdiagramme, bei denen Microsoft der Meinung war, diese aus der Version 18.0 entfernen zu dürfen.

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Über

Die IT-Welt wird immer komplexer und zwischen den einzelnen Komponenten gibt es immer mehr Abhängigkeiten. Nachdem ich durch meine tägliche Arbeit immer wieder vor der Herausforderung stehe, komplexe Probleme zu lösen, möchte ich diese Seite dafür verwenden, Euch den einen oder anderen Tipp zu geben, wenn Ihr vor ähnlichen Aufgabenstellungen steht.

Veröffentlicht in Allgemein, SQL Server, Wartung

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