SQL Server Management Studio – Tipps und Tricks

Das SQL Server Management Studio war seit vielen Jahren Bestandteil der SQL Server-Installation. Seit SQL Server 2016 wurde diese Komponente aus der Installation durch Microsoft herausgelöst und als eigenständiges Installationspaket angeboten. Dieses Tool stellt für Datenbankadministratoren das Hauptwerkzeug zum Verwalten von SQL Server-Datenbanken dar. Viele von euch kennen in diesem Tool nur den Objekt Explorer und das Abfragefenster. Doch es hat viel mehr zu bieten und genau dafür schreibe ich diesen Artikel. Ich möchte euch mit vielen kleiner und größeren Tipps und Tricks zeigen, wie ihr mehr aus diesem Tool herausholen könnt. Folgende Themen habe ich für diesen Beitrag zusammengestellt:

Dieser Artikel ist vorerst der letzte Beitrag zum SQL Server Management Studio. Diese Reihe besteht auf folgenden Blogbeiträgen:

Anmerkungen:

  • Einige dieser Tipps sind nicht nur für die neueste SSMS-Version, sondern funktionieren auch mit vorhergehenden Versionen. Getestet habe ich sie aber nur mit der aktuellen Version bzw. habe ich entsprechende Hinweise gegeben, dass ich auch mit älteren Versionen getestet habe – wenn ich Versionen vergleiche, so weise ich darauf hin (und gebe die jeweilige Version explizit an).
  • Die Liste erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich werde sie ggf. in Zukunft noch um weitere Punkte ergänzen. Sollte jemand noch Anregungen haben, könnt Ihr mir diese gerne noch zusenden.
  • Die Verwendung dieser Tipps erfolgt auf eigene Gefahr und ich kann nicht sicherstellen, dass sie in eurer Umgebung identisch funktionieren. Deshalb empfehle ich diese erst einmal in einer Testumgebung auszuprobieren, bevor ihr sie in einem produktiven Umfeld zum Einsatz bringt. –> sagt also nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt! Trotzdem interessieren mich natürlich auch Eure Erfahrungen mit diesen Tipps und auch allgemein mit dem Management Studio. Am Ende dieses Artikels findet Ihr wie gewohnt den Kommentieren-Link und freue mich wie immer über Feedback (es darf auch Kritik sein).
  • Einige Bilder in dem Beitrag habe ich mit Paint geändert, z. B. Servername entfernt oder unkenntlich gemacht. Dies soll der Glaubwürdigkeit der Bilder jedoch keinen Abbruch tun.

Start-Bildschirm (Splash Screen)

Wer gerne den Startbildschirm vom SSMS individualisieren möchte, kann dies einfach tun, indem er ein PNG-Bild mit dem Namen ssms.splash.png in dem Installationsverzeichnis von SSMS ablegt:

clip_image001

und hier ein Vorschlag:

ssms.splash

und wer das dann irgendwann leid ist oder den Start beschleunigen möchte, kann diesen Screen auch komplett ausschalten. Am einfachsten könnt ihr das tun, wenn ihr die Startdatei im Startmenü ein klein wenig modifiziert:

Icons

Microsoft hat viel Mühe und Zeit in die Optimierung des Icons für das SQL Server Management Studio investiert. Auf den ersten Blick ist das neue Logo kontrastreicher geworden und enthält mehr Details.

Das ist dabei herausgekommen – direkter Vergleich: Links SSMS v18.0 (GA) und rechts SSMS v17.8.1.

image

In normalen Betrieb finde ich die beiden Versionen anhand des Logos aber schwer zu unterscheiden. Deshalb empfehle ich Euch ggf. ein anderes Symbol für das Startmenü auszuwählen:

image

So richtig überzeugen können mich jedoch alle mitgelieferten Icons nicht wirklich. Doch vielleicht hat ja jemand eine kreative Idee, die er gerne mit der Community teilen möchte

Für mich persönlich ist das Logo nicht exakt, denn neben der Verwaltung von SQL Server-Datenbankinstanzen – auf die das Logo durch die stilisierte Datenbank mit Hammer und Maul-/Gabelschlüssel hindeuten – lassen sich auch andere Technologien (on Premise und in der Cloud) damit verwalten. Dazu gehören (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • SQL Server Integration Services
  • SQL Server Reporting Services
  • SQL Server Analysis Services – Multidimensional
  • SQL Server Analysis Services – tabellarisch (Cloud und on Premise)
  • Azure Storage
  • SQL Server Datenbank-Instanz
  • Power BI (Modelle) –> ein wenig versteckt und nur für Insider
    (werde ich später ggf. mal einen Blog-Artikel widmen)
  • SQL Datenbank (Cloud)

In Bildern (Icons) sieht das ganze dann so aus:

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die sich aber nicht so einfach alle zusammen in ein kleines Logo von 64×64 Punkte packen lassen Smile

Startparameter (Kommandozeile)

Für die Automatisierung bestimmter Funktionen oder zur Beschleunigung des Startens von SQL Server Management Studio bietet das Tool einige Kommandozeilenparameter:

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Oben SSMS v18.0 (GA) und unten SSMS v17.8.1 Aufruf von SSMS mit –? Parameter.

Leider sind die meisten Parameter ausschließlich für den Einsatz im Datenbankinstanz-Umfeld gedacht und können nicht mit anderen Technologien verwendet werden –> schade eigentlich. Der Passwort-Parameter ‘-P’ ist aus Sicherheitsgründen von Microsoft aus SQL Server Management Studio v18 GA entfernt worden. Doch ich vermute, dass dieser Option niemand nachweinen wird, da ich bisher noch keinen getroffen habe, die das Passwort über die Kommandozeile an das SQL Server Management Studio übergeben habe (dafür gibt es ja registrierte Server und die dortige Möglichkeit zur Speicherung des Passworts).

Abgekündigte Features und Funktionen

In meinem letzte Blogbeitrag zum SQL Server Management Studio SQL Server Management Studio v18 – Faktencheck habe ich aufgelistet, was in der neuen Version entsprechend der Release Notes auch neu ist, und versucht zu erklären, was sich hinter diesen einzelnen Kommentaren verbirgt. Doch neben dem Licht gibt es auch ein wenig Schatten: Es wurden auch Funktionen/Komponenten aus der SSMS-Installation entfernt. Dies möchte ich euch im Folgenden näher beschreiben und alternative dazu anbieten:

Die folgenden Funktionen/Tools sind im SQL Server Management Studio nicht mehr enthalten:

  • T-SQL Debugger: eigentlich eine sehr hilfreiche Funktion für Datenbank-Developer, Doch das Management Studio dient zum Managen (Verwalten) von SQL Server-Instanzen und nicht zum Programmieren. Als Programmierwerkzeuge für Datenbanken (und die anderen BI-Technologien) bietet Microsoft Visual Studio oder Visual Studio Code an. Unter diesem Gesichtspunkt ist nachzuvollziehen, dass Microsoft die Fehleranalyse im Programmcode (Debuggen) aus dem SSMS entfernt hat. Doch diese Funktion schlummert immer noch im verborgenen und kann mit einigen Anpassungen wieder aktiviert werden –->  siehe dazu auch TSQL-Debugger
  • Datenbank-Diagramme: war eigentlich eine Funktion, die ich gerne verwendet habe, um mir einen Überblick über Beziehungen (Relations) in einer Datenbank zu verschaffen – für einen Administrator eher nebensächlich. Für Developer steht diese Funktionalität entweder in früheren SSMS-Versionen (bis 17.0) oder mit anderen Tools zur Verfügung –> eine recht gute Übersicht solcher Tools findet ihr unter http://www.databaseanswers.org/modelling_tools.htm oder unter https://www.databasestar.com/data-modeling-tools.

Des Weiteren wurde eine Reihe von Tools aus der Installation des SSMS entfernt. Dazu gehören:

  • Osql.exe: bereits lange abgekündigt und nun endlich auch aus der SSMS-Installation entfernt. Dieses Tool zum Senden von Abfragen an eine SQL Server-Datenbank von der Kommandozeile ist aus meiner Sicht auch nicht mehr erforderlich, da es zwischenzeitlich bessere Möglichkeiten dafür gibt, wie z. B. sqlcmd oder PowerShell (wobei ich persönlich zweiteres bevorzuge – ohne die Verwendung des PowerShell-Moduls für den SQL Server).
  • Dreplay.exe: das Tool ist natürlich auch noch weiterhin verfügbar, jedoch macht dies nur im SQL Server-Kontext Sinn, deshalb steht es auch nur bei der SQL Server-Installation zur Verfügung und ist deshalb ab Version 18 nicht mehr Bestandteil der SSMS-Installation.
  • SQLDiag.exe: auch dieses (sehr hilfreiche und wenigen bekannte) Tool ist nicht verschwunden und weiterhin Bestandteil der SQL Server-Installation.
    C:\Program Files (x86)\Microsoft SQL Server\<Versionsnummer>\Tools\Binn
  • SSBDiagnose.exe:
    Das Hilfsprogramm „ssbdiagnose“ ist nicht mehr in der neuesten Version von SQL Server Management Studio 18.0 (SSMS) enthalten. Wenn Sie die neueste Version von „ssbdiagnose“ installieren möchten, installieren Sie SSMS 17.9.1. In einem zukünftigen Release entfällt die Anforderung, ein vorheriges SSMS-Release zu installieren, um die neueste Version von „ssbdiagnose“ zu erhalten. SSMS 18.x wird parallel zur Version 17.x ausgeführt. Beide Versionen können also auf demselben Computer installiert werden.
  • SQL Server Configuration Manager: Wird natürlich nicht ersatzlos gestrichen, sondern ist Bestandteil der SQL Server-Installation und es ist bspw. für SQL Server 2019 hier zu finden: C:\Windows\SysWOW64\mmc.exe /32 C:\Windows\SysWOW64\SQLServerManager15.msc
  • Reporting Server Configuration Manager: Nachdem der Reportserver aus dem SQL Server rausgelöst wurde, macht auch der SSRS Config Manager keinen Sinn mehr in der Installation von SSMS. Deshalb ist er nun in der ReportServer-Installation gelandet und wird hier abgelegt:“C:\Program Files\Microsoft SQL Server Reporting Services\Shared Tools\RSConfigTool.exe“ (wo auch sonst)
  • DMF standard policies – Diese werden künftig auf GitHub zur Verfügung gestellt –> wurde zwar angekündigt, doch bis heute habe ich dort nichts gefunden.

Wie bereits beschrieben, stehen einige Tools nur noch mit der SQL Server-Installation zur Verfügung. Wie sollen aber Leute arbeiten, die einen SQL Server remote oder in der Cloud nutzen wollen –> ganz einfach: Tools nachinstallieren:
image
Soweit zur Theorie! Praktisch leitet dieser Eintrag auf die Installationsseite des SQL Server Management Studios weiter.

Und an einigen Stellen verhält sich das SSMS künftig ein klein wenig anders:

  • Die Kommandozeilenoption -P wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken entfernt (da das Passwort im Klartext übertragen wurde).
  • Generate scripts | Publish to web service removed – This (deprecated) feature was removed from the SSMS UI.
  • Removed static data masking (preview) feature – While this feature was available in previous previews, it did not make it into the GA version of SSMS, unfortunately.

TSQL-Debugger

Standardmäßig ist die Debug-Funktion in den neueren Versionen von SQL Server Management Studio (zum Leidwesen vieler) als veraltet (deprecated) gekennzeichnet und deaktiviert – und nicht entfernt, wie einige annehmen. Um das Debugging wieder zu aktivieren, müsst Ihr lediglich die Datei C:\Program Files (x86)\Microsoft SQL Server Management Studio 18\Common7\IDE\ssms.pkgundef öffnen und dort den Debugger-Bereich deaktivieren (am besten indem Ihr die entsprechenden Zeilen durch zwei Schrägstriche ‘// ’auskommentiert).

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Danach startet Ihr das Management Studio neu und setzt wie gewohnt einen Haltepunkt (Breakpoint) in das SQL Statement in dem Abfragefenster z. B. in einer Stored Procedure.

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Doch Vorsicht: Die Funktion ist immer noch als veraltet gekennzeichnet und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von Microsoft bei der nächstbesten Gelegenheit komplett entfernt.

Wer den Debugger noch Optimieren mag, muss dies über die Registry tun. Im Pfad HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\SQL Server Management Studio\18.0_IsoShell\Debugger findet ihr viele weitere Einstellungen.

Warum macht Microsoft so schräge Sachen mit so coolen Funktionen: Ist eine gute Frage und kann ich nur raten. Ich vermute mal, dass Microsoft der Meinung ist, dass es sich bei dem SQL Server Management Studio um eine administrative Oberfläche handelt und Softwareentwicklung eher in einer Oberfläche erfolgen sollte, die dafür besser geeignet ist wie z. B Visual Studio oder Visual Studio Code –> wo sie Recht haben, haben sie Recht (leider ist diese Botschaft beim den Developern zumeist noch nicht angekommen.

Hilfefunktion

Standardmäßig verweist ein Druck auf die F1-Taste im Management Studio auf die Web-basierte Hilfe. Doch für viele Aufgaben oder im Offline-Fall bietet es sich an, eine Hilfe ohne Internetzugriff verfügbar zu haben. Dies lässt sich im SQL Server Management Studio recht einfach einrichten. Hier eine kurze Anleitung (in Bildern) dazu:

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Hinweis: für Systeme hinter einer Firewall, die einen direkten Zugriff auf das Internet blockiert, können die entsprechenden Hilfedateien für die Offline-Hilfe nicht heruntergeladen werden. Erfolgt ein Zugriff auf das Internet über einen Proxy, so kann dies entsprechend konfiguriert werden: https://spaghettidba.com/2019/05/09/life-behind-a-proxy-server-downloading-content-for-ssms-help-viewer

Alternativ könnt ihr auch die Offline-Hilfe-Dateien von einem anderen PC kopieren. Dazu müsst ihr aus dem Verzeichnis C:\Program Files (x86)\Microsoft SQL Server Management Studio 18\Common7\IDE\Extensions\Application die drei Unterverzeichnisse:

  • ContentStore
  • Income
  • IndexStore

image

auf das System ohne Internetzugang kopieren.

Web-Browser in SSMS

Auch wenn die Sinnhaftigkeit einer solchen Funktion eher gering ist, denn moderne Windows-Betriebssysteme verfügen bereits seit vielen Versionen über einen eingebauten Browser (auch wenn sich dessen Name immer wieder mal ändert: Internet Explorer – Edge – ?).

Aktivieren lässt sich die Browser-Funktion über das Ansicht-Menü\Weitere Fenster\WebBrowser

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Danach könnt Ihr das Fenster entsprechend Euren Anforderungen auf dem Bildschirm positionieren (wie auf dem Screenshot zu sehen).

Fensterln

Auch mit der Fensterverwaltung hat sich einiges im SSMS getan. Der folgende Screenshot zeigt die Unterschiede in der Version v18 (links) zu v17 (rechts):

image

Somit könnt ihr in der neuen Version auch die Layout-Einstellungen der verschiedenen Fenster speichern und anwenden. Im Folgenden zwei Beispiele:

imageimageimage

image

Abgespeichert werden die Layouts wahrscheinlich unter

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Bei den WINPRF-Dateien handelt es sich um ein XML-Format:

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Jedoch würde ich aufgrund fehlender Dokumentation eher davon abraten, die Dateien manuell bearbeiten zu wollen (außer man weiß, was man tut).

Dark-Theme

Wer lieber dem allgemeinen und augenschonenden Trend seine Programme in einer dunklen Darstellung folgende möchte, hat diese Option auch im SQL Server Management Studio (wenn auch ein wenig versteckt, da standardmäßig deaktiviert) –> das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Funktion von vielen gewünscht (aber scheinbar noch nicht gefunden wurde; https://feedback.azure.com/forums/908035-sql-server/suggestions/33076054-dark-theme-for-sql-server-management-studio-2017):

image

Öffne dazu die Datei „C:\Program Files (x86)\Microsoft SQL Server Management Studio 18\Common7\IDE\ssms.pkgundef“ mit einem Texteditor z. B. Notepad. Solltet Ihr das Management Studio in einem anderen Verzeichnis installiert haben, dann müsst Ihr den Pfad zu der Datei entsprechen anpassen.

In der Datei sucht Ihr nach der Zeichenfolge “Remove Dark theme” und setze zwei Schrägstriche vor die nächste Zeile. Das sollte dann ungefähr so aussehen:


// Remove Dark theme

// [$RootKey$\Themes\{1ded0138-47ce-435e-84ef-9ec1f439b749}]

image

Weitere Änderungen an der Datei solltet Ihr nur dann vornehmen, wenn Ihr wisst, was Ihr tut –> dafür kann ich keine Garantie übernehmen.

Nach der Änderung müsst Ihr das Management Studio neu starten und anschließend wird Euch im Optionen-Dialog “Dunkel” als neues Farbschema angeboten:

image

Nach dem Wechsel dauert es einen kleinen Moment und dann seht Ihr schwarz…

image

Wie Ihr an dem Screenshot schon sehen könnt, ist das “dark” nur auf einige Bereiche begrenzt und deshalb versteht man auch den Wunsch einiger Nutzer (https://feedback.azure.com/forums/908035-sql-server/suggestions/35160502-dark-theme), dass dies vollständig sein sollte (wie auch in anderen Tools). Momentan müsst Ihr leider noch selbst Hand anlegen und das Farbschema an einige Stellen anpassen (sehr mühselig):

image

mit teilweise bescheidenem Ergebnis, die zusätzlich erst nach einem Neustart des SSMS greifen:

image

…und es verhält sich auch noch unterschiedlich z. B. bei verschiedenen Darstellungen:

image

Nicht ohne Grund hat Microsoft dieses Farbschema so gut versteckt. Meine Empfehlung an Microsoft: Nachbessern!

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es neben dem versteckten Dark-Theme auch noch die folgenden Farbschema gibt:

  • Blauimage
  • Blau (zusätzlicher Kontrast)imageDen zusätzlichen Kontrast konnte ich nicht erkennen – vielleicht liegt das aber auch nur an meinen Augen.
  • Hellimage

Suchen und Finden mit RegEx

Neu im SQL Server Management Studio seit der Version 17.x ist die Möglichkeit Text im Abfragefenster per RegEx-Pattern zu suchen und zu ersetzen. Was sich auf den ersten Blick merkwürdig anhört, kann bei genauerer Betrachtung sehr hilfreich sein. Der Aufruf dieser Funktion ist sehr einfach (STRG+F = Suche oder STRG+H = Ersetzen bzw. über das Menü Bearbeiten\Suche und Ersetzen\…):

imageclip_image002[1]

Hinweis

Hier ein bei mögliche Use Cases (wie Anwendungsfälle auf gut “Neudeutsch” heißen):

Formatieren von SQL Statements

Suchen: \s+(from)|(where)\s+

Ersetzen: \n$1$2

image

Entfernen von Leerzeilen

Suchen: ^\s*\n

ersetzen:

image

Kommentare entfernen

Suchen: ^\s*–.*

Ersetzen:

image

Anfügen von ‚dbo.‘ vor Tabellennamen

Suchen: \s*(from|join)\s+([^\.\s]+)\s+?

Ersetzen:  $1 dbo.$2

image

Umformatieren von Statements

Suchen: ^DELETE FROM (.+) WHERE (.+)$

Ersetzen: IF EXISTS (SELECT * FROM $1 WHERE $2)\nSELECT ‚$1 has undeleted rows!‘ as validate;

image

Suchen von Leerzeichen am Ende einer Zeile (für alle Zeilen)

Suchen: [^\S\r\n]+(\r?\n|$)

Ersetzen:

Anmerkung

Ich hoffe, ich konnte euch mit den wenigen Beispielen zeigen, welche neue Macht euch Microsoft hier an die Hand gegeben hat. Auch wenn das Schreiben der RegEx-Syntax etwas gewöhnungsbedürftig ist (um es einmal vorsichtig zu formulieren), würden mir spontan sehr viele Anwendungsfälle einfallen. Gerne können wir uns dazu austauschen –> und wer noch weitere besondere Such-/Ersetzenzeichenfolge “programmiert” hat und diese gerne auch unter das Volk bringen mag, kann mir diese gerne auch für diesen Blog zusenden.

Vergleich Abfragen

In der Vergangenheit war es oft aufwendig zwei (oder mehrere) Abfragen in Hinblick auf Performance zu vergleichen. Dies wird nun Dank des neuen Features im Management Studio viel einfacher:

image

Objekt-Explorer Details Ansicht

Ein nettes Feature bietet SSMS auch mit dem anpassbaren Objekt Explorer. Aufrufen könnt ihr diese Fenster über das Menü Ansicht\Details zum Objekt Explorer oder einfach mit der F7-Taste. Steht ihr im Objekt bspw. auf in einer Datenbank auf dem Tabellen-“Ordner”, so bekommt ihr alle Tabellen im den Objekt Explorer Details aufgelistet.

Was viele nicht wissen ist, dass sich diese Ansicht durch Rechtsklick auf den Spaltenheader anpassen lässt z. B. um weitere Spalten hinzu zufügen. Hier eine entsprechende Ansicht:

image

Dies spart euch oft komplizierte Abfragen oder die Verwendung des Berichts

Zusätzlich habt ihr hier auch die Möglichkeit Tabellen umzubenennen –> F2 auf die entsprechende Tabelle

oder die Ansicht nach bestimmten Elementen zu Filter:

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T-SQL coding tipps

Bei der Arbeit mit SQL Server Management Studio mit der Datenbank Engine kommt man nicht umhin, auch Ab und An ein paar Zeilen T-SQL zu schreiben. Leider sieht man in dem Zusammenhang viel “unsauberen”, fehlerbehafteten und nur bedingt funktionierenden Programmcode. Ein Weg die Code-Qualität zu verbessern, ist die Verwendung der Vorlagen im SSMS. Zu finden sind diese Vorlagen im Vorlagenbrowser (Menü \Ansicht\Vorlagen-Explorer oder STRG-ALT-T). Dort stehen euch im SSMS v18 knapp 400 Vorlagen zu den unterschiedlichsten Themengebieten zur Verfügung:

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Die Arbeit mit den Vorlagen ist denkbar einfach: Einfach Doppelklick auf die entsprechend benötigte Vorlage. Enthält die Vorlage Parameter, so können diese mit einem Dialog automatisch durch neue Werte ersetzt werden (STRG-SHIFT-M):

imageimage

Hiermit lassen sich einzelne Werte direkt ersetzen oder auch eine große Anzahl von Parametern automatisch an mehreren Stellen ersetzen.

Die vorhandenen Vorlagen lassen sich durch eigene Vorlagen ergänzen, die in individuellen Ordnerstrukturen abgelegt werden können.

image

Soll eine bestehende Vorlage geändert werden, so müsst ihr diese Bearbeiten (Doppelklick öffnet sie zur Ausführung):

image

Möchtet Ihr Vorlagen zwischen Computern kopieren, so findet Ihr diese unter %AppData%\Microsoft\SQL Server Management Studio\18.0\Templates.

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Die Vorlagen werden von Microsoft als Community Projekt auf GitHub entwickelt:

https://github.com/microsoft/sql-server-samples/tree/master/samples/features/ssms-templates/Sql

Der Pfad dazu ist in der Registry unter

clip_image002[1]

Quelle: https://www.slideshare.net/VishalPawar_BI/tsql-coding-conventions-best-practices-tips-and-programming-guidelines-for-sql-server

Umschließen + Ausschnitte

Wahrscheinlich nicht das, was der typische IT-Nerd jetzt denkt: Hierbei handelt es sich um weitere nette Funktionen im SSMS, die die Arbeit für DBA (und ggf. Developer) erleichtern soll.

Ausschnitten sind Code-Schnipsel, die ihr dynamisch in eure Abfragen einbauen könnt (ohne aufwendige Suche in der Dokumentation). Aufrufen lassen sich diese Schnipsel entweder über Rechtklicks im Abfragefenster und Auswahl ‘Ausschnitt einfügen’ oder über die Tastenkombination STRG-K + STRG-X (bitte nacheinander STRG-K und STRG-X drücken):

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image

Neben dem Einfügen von gibt es noch die Möglichkeit des Umschließens. Dafür den entsprechenden Bereich markieren und mit Rechtklicks im Abfragefenster und Auswahl ‘Umschließen mit’ oder über die Tastenkombination STRG-K + STRG-S (bitte nacheinander STRG-K und STRG-S drücken) den entsprechenden Codeausschnitt auswählen und einfügen:

imageimage

Nachdem die Liste der vorhandenen Code-Schnipsel individuell erweitert werden kann, sollte hier für jeden etwas dabei sein:

imageimage

Happy schnipseln!

Fehlerliste

Die Syntaxüberprüfung von Abfragen im SSMS ist sehr sinnvoll, um syntaktische Fehler vor Ausführung zu erkennen. Kleiner Hinweis: Namen von Tabellen, die kurz vorher angelegt worden sind, werden nicht automatisch erkannt. Dazu ist es erforderlich den Cache neu zu laden –> Tastenkombination STRG+UMSCHALT+R

image

Wenn trotzdem Fehler in einer Abfrage auftreten, kann man sich die anzeigen lassen, wenn man mit der Mauszeiger über den entsprechenden Text fährt:

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Zusätzlich gibt es aber auch eine Fehlerliste im SSMS, die ihr im Ansichtsmenü\fehlerliste oder mit der Tastenkombination STRG+^+E (alle drei tasten gleichzeitig drücken) anzeigen lassen könnt:

image

Wer dies ausprobieren möchte, sollte darauf achten, dass in der linken oberen Ecke dieses Fensters die “Gesamte Projektmappe” ausgewählt ist und nicht der Punkt ‘* Dokumente” –> keine Ahnung, warum das so ist. Denn für mich ist eine geöffnete Abfrage auch ein Dokument.

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und siehe da, die Fehler werden ordentlich angezeigt. Zusätzlich lässt sich das Fenster noch über weitere Optionen optimieren:

image

Noch ein kleiner Hinweis: achtet bitte darauf, dass die drei Optionen “Fehler”, “Warnungen” und “Mitteilungen” aktiviert sind (heller Hintergrund). Ansonsten werden die entsprechende Fehlergruppen ausgeblendet.

Azure Data Studio

Eigentlich hat das Azure Data Studio (ADS) hier nichts zu suchen, da es sich um ein Konkurrenzprodukt von Microsoft zu der gleichen Aufgabenstellung handelt. Interessant ist daran, dass das SSMS unter Extras den Start des Azure Data Studios anbietet:

image_thumb

Wer es gerne ausprobieren möchte, kann es auch direkt unter den folgenden Links herunterladen:

https://docs.microsoft.com/de-de/sql/azure-data-studio/download?view=sql-server-2017

https://docs.microsoft.com/de-de/sql/azure-data-studio/download?view=sql-server-ver15

…und hier ein paar erste Screenshots vom Azure Data Studio

image

image

Dieses Tool basiert auf Visual Studio Code und bietet damit ungeahnte Möglichkeiten…

Wurde das Azure Data Studio bereits verwendet und Verbindungen zu SQL Server-Instanzen aufgebaut, so kann man diese unter registrierte Server auch im SQL Server Management Studio nutzen:

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Ist für alle die interessant, die beide Tools verwenden möchten.

Weitere Tipps

z. B. unter

Gedanken zum Schluss

Wie fleißige Leser meines Blogs bereits gemerkt haben werden, tue ich mich immer noch schwer damit euch persönlich anzusprechen. So habe ich in der Vergangenheit teilweise zum “Sie”, “Du” und “ihr/euch” gegriffen. nachdem mir das Sie zu förmlich ist. Ich das Du eigentlich nur dann verwende, wenn ich Personen persönlich kenne, habe ich mich nun entschlossen ihr bzw. euch zu verwenden. Ich bevorzuge inzwischen auch die kleine Schreibweise, weil sich die Großschreibweise (Ihr) sich eher nach einer persönlichen Anrede einer hochgestellten Persönlichkeit “Ihre Majestät…”

Auch wenn ich davon ausgehen, dass die meisten Leser dieses Blogs männlich sind, so möchte ich weder dem aktuellen Trend folgen und AdministratorInnen (unter Verwendung des Binnen-I) oder Administrator*innen (dies wäre dann der Genderstern) oder das Wort sonst irgendwie zu verunstalten Administrator/innen zu verwenden, noch möchte ich das inzwischen politisch korrekte “Administrator (m/w/d)” hier verwenden. Prinzipiell bin ich gegen Diskriminierung jedweder Art und versuche mich auch nach bestem Wissen und Gewissen daran zu halten. Andererseits soll die Lesbarkeit eines Beitrags durch Erweiterungen, Weglassungen oder Verstümmelungen nicht leiden. Ebenfalls möchte ich mir keine Gedanken darüber machen müssen, ob man als Artikel der/die/das für SQL Server besser verwenden sollte – wenn ich auf das im Englischen (the) ebenfalls geschlechtslosen Produkt von Microsoft bezugnehmen möchte. Deshalb werde ich weiterhin so schreiben, wie ich es gewohnt bin und wie es hoffentlich für euch gut lesbar ist. Ich finde die deutsche Sprache als eine sehr schöne und ausdrucksstarke Sprache, die man nach meiner Meinung durch die Verwendung von generischem Femininum (wie es offiziell heißt) nicht sinnlos verunstalten sollte.

Sollte sich widererwartend doch jemand durch meine Beiträge diskriminiert fühlen, weil ich keine korrekte Genderansprache verwendet habe, so möchte ich mich hiermit bereits offiziell bei Ihnen entschuldigen. Ich werde jedoch auch künftig an meinem Schreibstil nichts ändern. So wird Ihnen wohl nichts anderes übrigbleiben, als meinen Blog künftig zu meiden.

Über

Die IT-Welt wird immer komplexer und zwischen den einzelnen Komponenten gibt es immer mehr Abhängigkeiten. Nachdem ich durch meine tägliche Arbeit immer wieder vor der Herausforderung stehe, komplexe Probleme zu lösen, möchte ich diese Seite dafür verwenden, Euch den einen oder anderen Tipp zu geben, wenn Ihr vor ähnlichen Aufgabenstellungen steht.

Veröffentlicht in SQL Server, Wartung

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